Derne - Die Entwicklung des Gneisenau-Geländes ging lange Zeit vor. Inzwischen fällt aber der Blick wieder auf die Altenderner Straße.
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Ihrer Entwicklung widmete sich kürzlich eine SPD-Veranstaltung, bei der u. a. auch der Einzelhandelsverband und das Planungsamt Gäste waren. Im Gespräch mit unserer Zeitung sieht SPD-Politiker Bruno Schreurs einen Silberstreifen am Horizont.
Sie hatten wichtige Profis am Tisch. Zeichnet sich nach dem Treffen eine Perspektive für den Ortsteil ab?
Bruno Schreurs: Zunächst: Wir sind froh, dass wir das Einkaufszentrum haben. Das läuft bestens. Bis Jahresende kommt noch der „Dienstleistungsriegel” dazu. Auch das ist gut. Beides zusammen wird aber zur Folge haben, dass insbesondere im westlichen Bereich der Altenderner Straße noch weniger Geschäfte Anlaufpunkte bieten. Die Leerstände werden sich also noch verschlimmern.
Die Not muss erfinderisch machen. Vertreter des Einzelhandels und des Planungsamtes haben aber darauf hingewiesen, dass wir nach und nach eine Perspektive entwickeln können, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Und: Wir müssen umdenken!
Wie wollen Sie die wichtigen Akteure vor Ort zusammenführen?
Wichtige Akteure sind vor allem Hauseigentümer, Gewerbetreibende und Händler. Aber auch andere Bürgerideen sind gefragt.
Während der SPD-Veranstaltung wurde deutlich: Brackel mit Immobilien- und Standortgemeinschaft ist ein gutes Beispiel, wie man einen Ortsteil attraktiv hält. Die Aktivitäten können wir als Vorbild nehmen.
Es wird zwar nicht möglich sein, alle Geschäfte wieder mit Angeboten zu füllen. Aber es gibt andere Möglichkeiten.
Das heißt?
Wir müssen umdenken und umbauen. In Schwerte begegnet man Leerständen zum Beispiel mit Kunstausstellungen und Ausstellung von Kunstobjekten. Wenn die neue Gneisenau-Allee dazu führt, dass der Hauptverkehr aus der Altenderner Straße verschwindet, steigt auch die Attraktivtät des Wohnens vor Ort. Dann müssten Häuser halt umgebaut werden - zum Beispiel für neuen Wohnraum.
Wie stellen Sie sich die Altenderner Straße der Zukunft denn vor?
Ich spreche gerne von einem Boulevard Altenderner Straße. Mit Platz zum Schlendern, zum Sitzen, zum Spielen. Tempo 30 km/h für den Verkehr ist angedacht und wird die Aufenthaltsqualität ebenfalls erhöhen. Sie sehen: Wenn viele Akteure mitmachen, lässt sich eine Perspektive aufzeigen.
Aber die Schandflecken liegen meist in privater Hand. Wie wollen Sie die Besitzer motivieren, Geld zu investieren?
Nehmen wir mal das ehemalige Union-Haus. Das ist nun wirklich unter aller Kanone, gammelt vor sich hin. Vermutlich wird es demnächst seinen Besitzer wechseln. Der neue Eigentümer will dann bestimmt was machen. Insgesamt müssen wir gucken, dass zwei, drei Steine ins Rollen kommen. Wie zum Beispiel im Osten der Altenderner Straße die Spielhalle.
Die Erfahrung lehrt, dass dann andere auch mitziehen: weil sie nicht länger außen vorstehen oder als Negativbeispiele herhalten wollen oder weil es sich plötzlich lohnt, zu investieren.
Welche Rolle könnte die Stadt beim Umbau spielen, die ja bekanntlich kein Geld mehr hat?
Die Stadt kann auch dann helfe, wenn sie kein Geld beisteuert. Die gesetzliche Grundlage ist dafür ausdrücklich vorhanden. Sie kann den Akteuren wie Händlern oder Hauseigentümern dabei helfen, deren Pläne effizienter umzusetzen. So könnte sie helfen, Fördertöpfe ausfindig zu machen, wenn es welche gibt.
Während der SPD-Versammlung wurden darüber hinaus auch andere Ideen vorgestellt. Ein Fassandenwettbewerb zum Beispiel, bei dem die ersten drei Sieger belohnt werden.
Quelle: WAZ NewMedia GmbH & Co. KG





