Derne - Die Müsersiedlung in Derne hat sich in den letzten 100 Jahren stark verändert. Wo damals noch die Zeche Arbeit und viel Geld brachte, steht jetzt nur noch eine Ruine. Doch die Anwohner können sich noch gut an alte Zeiten erinnern. ...
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Grund genug, den runden Geburtstag der Siedlung zu feiern und in Erinnerungen zu schwelgen. Vor allem das arbeitende Volk, ob über oder unter Tage, fand vor 100 Jahren ein Zuhause in der Bogen-, Glück- und Müserstraße sowie im Goesebrink. Die Zeche Gneisenau bot polnischen Aussiedlern wie deutschen Familien gleichermaßen Arbeit. "Damals brauchte man nie in die Stadt zu fahren. Wir hatten ja alles hier. Bis die Zeche geschlossen wurde, war hier einiges los", erzählt Klaus Klöpping aus seiner Vergangenheit.
Der 64-Jährige zog 1964 in die Müserstraße. Erst 21 Jahre später war die goldene Zeit der Zeche Gneisenau vorbei. Wo damals Kohle zu Geld gemacht wurde, stehen heute nur noch die mächtigen Überreste. Die großen Stahlträger haben schon mal bessere Zeiten gesehen.
Doch aktuell tut sich wieder einiges in Derne. Und dass die Verbundenheit durch den Strukturwandel nicht komplett verschwunden ist, zeigte das 100-jährige Jubiläumsfest der Müsersiedlung am Samstag. "Wir wollen mal wieder alle unter einen Hut bringen und die Gemeinschaft neu aufleben lassen. In der Vergangenheit hat es zwar auch öfter Knatsch gegeben, aber vom Zusammenhalt ist trotzdem noch einiges zu spüren." Mit dem "Knatsch" meint Siegfried Düring eine Zeit nach Schließung der Zeche, als einige Häuser in den Besitz der Ruhr-Lippe-Wohnungsgesellschaft übergingen. Das brachte Veränderungen mit sich. Der erste Vorsitzende der Müser-Siedlergemeinschaft ist sich aber sicher, dass diese Streitigkeiten längst vom Tisch sind: "Heute stimmen sich alle Parteien ab. Deswegen konnten wir ja auch ein solches Fest ausrichten."
Um gemeinsam Erinnerungen aufzufrischen, bot sich kein Ort besser an als die Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule. "Hier sind wir teilweise schon selbst zur Schule gegangen oder eben unsere Kinder", erinnert sich Klaus Klöpping. Zum Fest ist er mit seiner Frau und Bekannten gekommen. Man kennt sich in der Müsersiedlung. Früher ist man nach der Arbeit oft mal in die Bahnhofswirtschaft gegangen, um sich zu entspannen. Das Ehepaar Bornemann ist zusammen schon knapp 50 Jahre älter als die Siedlung und keine Frage: Die beiden wollen nicht mehr weg. "1985 haben viele Läden geschlossen, weil die Kinder ins Umland oder in die Stadt gezogen sind. Aber heute kommen auch junge Leute in die Siedlung und es ist zum Beispiel ein neues Einkaufszentrum entstanden." Außerdem sei es ruhiger geworden. Die vielen Motorräder würden jetzt am frühen Morgen nicht mehr durch die Müserstraße in Richtung Zeche fahren.
25 August 2008 | Quelle: WAZ NewMedia GmbH & Co. KG - Von Franziska Fiedler ,





